Trauung

Es soll, so der Volksmund, der „schönste Tag im Leben“ sein und werden, wie es überhaupt mit das Schönste ist, das wir erleben können, wenn sich zwei Menschen finden und verlieben und dabei merken „Wir wollen gerne unser restliches Leben zusammen verbringen und dies dann mit der Eheschließung bekräftigen.“

Im Folgenden sind mögliche Fragen und praktische Dinge rund ums Thema „Kirchliche Trauung“ aufgeführt. Weitere Informationen erhalten Sie im persönlichen Gespräch mit der/dem Pfarrer/in, unter http://www.elk-wue.de/glauben/kirchliche-feiern/trauung oder unter http://www.ekd.de/lexikon (Glaubens-ABC / Häufig gestellte Fragen):

I. Was ist die Ehe bzw. eine kirchliche Trauung aus evangelischer Sicht? Grundsätzliche Betrachtungen

Martin Luther drückt es trocken und fast schon kaltschnäuzig aus: „Die Ehe ist ein weltlich(es) Ding“. Und einerseits hat er recht: Die Ehe ist eine Entscheidung, die zwei gleichberechtigte Menschen gemeinsam treffen und dann vor einem Standesbeamten einen Ehevertrag schließen. Das entspricht im Wesentlichen übrigens auch der Eheschließung, in biblischer Zeit. Sie kommen also als Verheiratete zur kirchlichen Trauung. Ohne standesamtlichen Trauschein können Sie nicht kirchlich getraut werden.

Andererseits ist die Ehe weit mehr als ein Vertrag zwischen zwei Menschen. Christen glauben, dass Gott unsere Lebenswege maßgeblich bestimmt und somit auch, dass das an alle Menschen gerichtete Wort: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Partnerin machen [geben], die um ihn sei.“ (1. Mo. 2,18) auch im Speziellen gilt und er zwei konkrete Menschen füreinander bestimmt hat.

In der kirchlichen Trauung bestätigen Christen vor Gott und der versammelten christlichen Gemeinde, mit Ihrem gegenseitigen „Ja-Wort“, dass Sie überzeugt sind, dass der jeweils andere der Partner / die Partnerin ist, von der Sie denken, dass Gott sie / ihn für Sie ausgewählt hat und dass Sie seiner Wahl vertrauen. Dies bestätigen Sie mit dem Versprechen „bis dass der Tod uns scheidet“.

Die Pfarrerin / der Pfarrer wird stellvertretend für die ganze Gemeinde Ihren gemeinsamen Lebensbund segnen. Gott möge diesen begleiten und immer spürbar an Ihrer Seite sein!

Sie bestätigen mit der kirchlichen Trauung auch, dass Ihnen Gottes Wahl ernst ist und sein gutes und die Ehe schützendes Gebot wichtig: „Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden!“ (Mth. 19,16).

Das heißt aber nicht, dass damit einer der beiden Partner damit einen Freibrief hat dem anderen das Leben zur Hölle zu machen. „Bevor sich zwei zerfleischen ist es besser die Verbindung zu lösen“ (frei nach M. Luther).

In der Ehe sind beide Partner aufgerufen sich stets mit der vorbehaltlosen und bedingungslosen Liebe zu lieben, mit der uns Gott selbst auch liebt. Sie sind aufgerufen jeden Tag das „ja“ der kirchlichen Trauung für sich und gegenseitig zu sprechen und dies den anderen auch spüren zu lassen. Diese Liebe Gottes, mit der er uns beschenkt und ausrüstet, sollen wir auch gegenseitig leben. „[Diese] Liebe ist überaus geduldig und freundlich, sie ist nicht verbissen, die Liebe macht nichts um den anderen zu ärgern, sie ist nicht eingebildet und kehrt ihre Leistungen in den Mittelpunkt oder nach außen, sie verhält sich nicht anstößig, sie sucht nicht ihren eigenen Vorteil, sie lässt sich nicht reizen und ist nicht nachtragend, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.“ (1. Kor. 13,4-8). Mit dieser Liebe liebt uns Gott, diese Liebe will er uns schenken für unseren Ehealltag und diese Liebe trägt uns durchs ganze (Ehe-)Leben. Mit Jesus im Boot kann eine lebenslange Ehe gelingen und einer der schönsten Sachen der Welt werden.